5 verbreitete Irrtümer über QDC-Systeme
 

 

Werkzeugschnellwechselsysteme (QDC) - eine wirksame Lösung zur Steigerung der Produktivität - werden häufig verkannt und somit vernachlässigt. Woher kommt das und wie sieht die Realität aus?

Kurze Fristen und ein hoher Konkurrenzdruck zwingen die Stanzbetriebe zur Rationalisierung der Produktionsprozesse, wobei das Streben nach leistungssteigernden Produktionsverfahren zur Verbesserung der Rentabilität einen wichtigen Stellenwert einnimmt. Auch wenn die Kombination verschiedener Maßnahmen bessere Ergebnisse bewirkt, so bleibt die effizienteste Lösung meist die Entwicklung und Einrichtung eines Werkzeugschnellwechselsystems (QDC). Die Bedeutung der QDC-Systeme wird jedoch häufig verkannt und das System somit vernachlässigt, was auf falsche Vorstellungen über das QDC zurückzuführen ist. In diesem Text räumt Serapid, ein Ausrüster von Werkzeugschnellwechselsystemen der Marke Quick Die Xchange (QDX), mit fünf verbreiteten Irrtümern auf.

1-Das QDC-System ist nur eine Art "Sonderausstattung"
Die Auffassung, dass der Erwerb eines QDC-Systems dem Kauf einer Hightech-Stereoanlage für das neue Auto gleich kommt - ein angenehmer Luxus, der aber die Fahrleistungen des Autos in keiner Weise beeinflusst - ist ein verbreiteter Trugschluss. Das QDC-System steigert die Produktivität der Presse in einer Produktionsanlage erheblich, da sich die Verfügbarkeit in Bezug auf den Werkzeugwechsel beträchtlich verbessert. Das System ist somit weitaus mehr als eine angenehme Zusatzfunktion. Ein herkömmlicher Werkzeugwechsel erfordert meist den Einsatz mehrerer Personen bei mehreren Stunden Produktionsausfall. Die QDC-Systeme reduzieren den Personalaufwand auf einen Mitarbeiter, der nicht länger als 5 Minuten zum Umrüsten benötigt. Über einen längeren Zeitraum betrachtet rechnet sich der Gewinn an Zeit und Arbeitskräften gegenüber dem Kaufpreis des QDC-Systems sogar mehrfach.
Solutions de positionnement et de transport d'outils
Der herkömmliche manuelle Werkzeugwechsel erfordert häufig mehrere Personen und mehrere Stunden Produktionsausfall. Dieser automatische Wechselwagen ist ein Bestandteil des Werkzeugschnellwechselsystems, mit dem ein einziger Mitarbeiter die Umrüstung in nur 5 Minuten vornehmen kann.

Einige Stanzbetriebe haben zwar erkannt, dass der Erwerb eines QDC-Systems sinnvoll und gewinnbringend wäre, sind aber der Ansicht, dass die Installation nicht unbedingt zeitgleich mit der neuen Presse erfolgen muss, sondern durchaus später erfolgen kann. Die nachträgliche Einrichtung des Systems wirft jedoch sehr wohl Probleme auf: So muss zur Nachrüstung beispielsweise die Presse angehalten werden und die Kosten zur Umrüstung der Presse für die Einbindung des QDC-Systems sind meist höher als eine direkte Einplanung bei Bestellung der Presse.
Natürlich ist ein nachträglicher Einbau des QDC-Systems immer noch rentabler als eine Produktion ohne dieses System, die rechtzeitige Einplanung des Systems jedoch gewährleistet maximale Einsparungen und höchste Profite.


2-Die Standardisierungskosten sind zu hoch :
Budgeteinsparungen sind wichtig und ermöglichen eine effiziente Nutzung der Ressourcen aus den verschiedenen Abteilungen durch das Management. Daher überrascht es nicht, dass viele Entscheidungsträger zögern, eine Standardisierung in die QDC-Systemplanung mit einzubeziehen, da eine solche Maßnahme erhöhte Projektkosten mit sich bringen würde. Sie sollten diese kurzfristigen Mehrkosten aber nicht sofort verwerfen, sondern zunächst das Konzept als Ganzes betrachten.
Eine Standardisierung bietet zahlreiche Vorzüge und steigert die Produktivität, was letztendlich zu beträchtlichen Einsparungen führt. Einer der wichtigsten Vorteile besteht in der korrekten und präzisen Positionierung der Werkzeuge ohne personal- und zeitaufwändige Nachjustierungen nach dem Einsetzen des Werkzeugs in die Presse. Das QDC-System spart Zeit und erhöht die Stanzpräzision bei gleichzeitiger Verbesserung der Produktqualität und Reduzierung des Ausschusses.

Die Standardisierung steigert zudem die Effizienz der Werkzeughandhabung und des Fördermaterialeinsatzes, wie Tische und Wechselwagen. Bei einheitlichen Maßen und Lasten ist eine kundenspezifische Ausrüstung möglich, um präzisen Spezifikationen gerecht zu werden - dies gewährleistet eine optimale Performance und macht Nachjustierungen überflüssig. Zudem entfallen die Ausfallzeiten für die Presseregelungen. Unter dem Strich spart eine Standardisierung Zeit, Arbeitskräfte, Material und folglich Geld.
Consoles pivotantes
Diese schwenkbaren Tische mit einer Aufnahmeleistung von 20 Tonnen lassen das Laden der Werkzeuge über einen Gabelstapler zu und verfügen über verstellbare Führungen zur Aufnahme mehrerer Werkzeuggrößen.

Nach diesen einleuchtenden Vorzügen folgen im Anschluss einige praktische Beispiele zur Umsetzung einer Standardisierung in der Pressenumgebung.
- Werkzeugplatten: Das Ergebnis einer Werkzeugplattenverbindung ist der Erhalt einer einheitlichen Form. Die Werkzeugplatten finden bei Verwendung einer begrenzten Zahl an Werkzeugen in einer Presse Anwendung. Für einen Einsatz der Werkzeuge an verschiedenen Stellen sollten die Platten so ausgelegt werden, dass sie in alle Pressentische passen. Zudem sollten die Pressen in der Lage sein, zwei unterschiedliche Werkzeugplattengrößen aufzunehmen, um die Lagerkapazitäten des Betriebs optimal zu nutzen, so dass beispielsweise ein kleines Werkzeug nicht auf einer riesigen Platte angebracht werden muss.
- Universelle Unterplatten: Diese Unterplatten dienen zum Einsatz einer großen Werkzeugpalette in einer oder mehreren Pressen. Die Platten werden in einem bestimmten Vorbereitungsbereich montiert und jeweils vor dem Werkzeugwechsel in die gewünschte Stellung bei der Presse gefahren - eine wirtschaftliche Alternative gegenüber dem Erwerb von einer großen Anzahl an Einzelplatten.
- Standardisierte Stopphöhe: Durch eine Standardhöhe entfallen die Anpassungsarbeiten beim Umrüsten.
- Standardisierte Zufuhrhöhe: Diese Auflage spart Zeit bei der Zufuhr des Rohmaterials, da die Zufuhrhöhe nicht jedes Mal angepasst werden muss.
- Standardisierte Spannhöhe und -Position: Durch diese Anpassungen wird eine Nachjustierung oder Positionierung der Spannzylinder auf den Schiebern oder Ausfahrtischen überflüssig - ein besonders aufwändiges Verfahren, wenn die Presse verschiedene Werkzeuggrößen aufnimmt.
Nach der Festlegung der gewünschten Standards übermitteln Sie diese der technischen Abteilung. Auf diese Weise können die Ingenieure die Angaben bei allen neuen Werkzeugen berücksichtigen, so dass diese nicht nachträglich geändert werden müssen.
Auch wenn sich diese Änderungen lediglich auf physikalische Werte beziehen, sollte das Unternehmen seinen Mitarbeiter diese Standards mitteilen, um einheitliche Verfahren und Arbeitsweisen im gesamten Betrieb zu erzielen. Hierdurch wird ineffizientes Arbeiten vermieden und die Beschäftigten können nach der Ausbildung an einer Presse an mehreren Pressen eingesetzt werden.

3-Eine einzige Ausrüstung genügt :
Zahlreiche Firmen suchen einen Kompromiss durch Einsatz einer universellen Lösung, d.h. einer Werkzeuggröße, die den gesamten QDC-Systembedarf abdecken soll. Eine Ausrüstung soll für die gesamte Pressenanlage verwendbar sein. Dies spart Kosten - aber bei Bewertung der Lösung anhand der Effizienz des Endergebnisses erweist sich diese leider als ziemlich enttäuschend.
Die beliebteste Universallösung für den Werkzeugwechsel ist der Werkzeugwagen. Theoretisch fahren diese Wagen zwischen den verschiedenen Pressen hin und her und führen einfache Anpassungen zur Nutzung der verschiedenen Werkzeuggrößen durch. Ein Wagen für große Werkzeuge ist aber für eine effiziente Handhabung kleiner Werkzeuge zu groß. Eine Ausrüstung kann nicht alle Werkzeuggrößen wirksam bewältigen. Zudem sind diese Wagen schwierig zu verschieben und anzukoppeln.
Bei einem begrenzten Budget sollten daher die Pressen isoliert werden, die die größten Probleme bereiten. Eine Konzentration auf gezielte Lösungen anstelle einer universellen Ausrüstung erweist sich normalerweise als rentabler.

4-Der Einbezug von Bedienern oder Managern ist überflüssig :
Normalerweise ist die technische Abteilung einer Firma für das QDC-Systemprojekt zuständig. Auch wenn diese Abteilung über fundierte technologische Kenntnisse der verschiedenen Pressenaspekte verfügt, so kann es ihr doch an der praktischen Alltagserfahrung mangeln. Folglich sollten die Bediener stets als Verbindungsglied zwischen Theorie und Alltagspraxis fungieren.
Und auch die Führungskräfte dürfen nicht übergangen werden, da sie langfristige Ziele und Visionen für derartige Projekte sowie die Firma als Ganzes überblicken. Die Entscheidungsträger sollten von Anfang an einbezogen werden, da sie schließlich zum Schluss über die Finanzierung des QDC-Systems entscheiden.
Eine Synergie zwischen den verschiedenen Abteilungen unter Einbindung der Bediener, Ingenieure und dem Management von der Planungsphase an ist daher unerlässlich. Nur ein solcher Ansatz führt zu dauerhaften, sicheren Lösungen und vermeidet Konflikte zwischen den einzelnen Abteilungen. Nach Festlegung des Projektplans sollten regelmäßig Besprechungen zwischen den Beteiligten stattfinden, auch bei der Installation und Inbetriebnahme des QDC-Systems, um Probleme gleich in den Anfängen zu erfassen und zu beseitigen.

5-Einfach kaufen und installieren - und das System läuft :
Nach der Entwicklung, Installation und Bezahlung des neuen QDC-Systems läuft alles von selbst - nicht ganz: für einen effizienten Einsatz des Systems sollten Sie folgende Kernaspekte nicht vergessen:
- Schulung: Planen Sie ein Schulungsprogramm für die Pressenbediener und Vorarbeiter ein. Diese Mitarbeiter müssen die Betriebsabläufe des Systems völlig verstanden haben, da das QDC-System sonst leicht vor Probleme stellt.
- Wartung: Für einen effizienten und langen Betrieb sollten alle vom Ausrüster empfohlenen Wartungen durchgeführt werden.
- Ständige Standardisierung: Nach der Inbetriebnahme des QDC-Systems machen sich die Vorzüge und Einsparungen sofort bemerkbar. Der Profit lässt sich allerdings durch eine Standardisierung der Abläufe - wie beispielsweise der Ausweitung des Projekts von einigen auf alle Pressen - noch steigern.
- Prozessüberprüfung: Alle zuständigen Bediener, Manager, Vorarbeiter und Ingenieure sollten in regelmäßigen Abständen zusammentreffen und die Werkzeugwechselverfahren überprüfen. Bei diesen Zusammenkünften werden potentielle Probleme besprochen und durch gemeinsames Überdenken wirksame Lösungen gefunden sowie interessante Ideen zur weiteren Verbesserung der Produktivität eingebracht.
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Dieser Beitrag stammt von Serapid U.S.A, Inc Sterling Heights, MI; Tel.: 586/274-0774; www.serapid.com.